Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Das Schutzgebiet Westliche Rönnebank


 Transkript des Videos zur Westlichen Rönnebank

Die Rönnebank besteht aus mehreren Endmoränen, die sich von der Südküste Bornholms bis etwa 10 Seemeilen nordöstlich vor Rügen erstrecken. Das rund 86 km² große Schutzgebiet „Rönnebank„ umfasst den westlichen Hang der Rönnebank im Tiefenbereich von 22 bis 35 m. Der Meeresboden wird bestimmt durch Restsedimentvorkommen mit großen eingestreuten Blöcken und Steinfeldern. Etwa 65 km² des Gebietes wurden daher als Riffe im Sinne der FFH -Richtlinie klassifiziert.


Fakten zur Westlichen Rönnebank ( FFH -Gebiet)
Steckbrief  Westliche Rönnebank
EU-Code: DE 1249-301
Lage (Gebietsmittelpunkt):
 13°59'00" E 54°42'00" N
Lebensraumtypen Riffe ca. 65 km²
Arten/Anzahl Schweinswal
(Phocoena phocoena)    
11-50

Arten im Schutzgebiet

Dicht mit Miesmuscheln bewachsener Blockstein. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Dicht mit Miesmuscheln bewachsener Blockstein.  Foto: Hübner/Krause (BfN)
Dorsche (Gadus morhua) finden ideale Lebensbedingungen. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Dorsche (Gadus morhua) finden ideale Lebensbedingungen. Foto: Hübner/Krause (BfN)

Die hier vorherrschenden geo-hydrologischen Bedingungen (u.a. niedrige Salzgehalte) führen zu einer vergleichsweise artenarmen, aber in ihrer Ausprägung einzigartigen und individuenreiche Flora und Fauna. Auf den Steinen siedeln dominant Miesmuscheln in unterschiedlicher Größe und Ausprägung. Auch Rotalgen kommen vor, allerdings in deutlich geringerer Dichte als im Fehmarnbelt oder in der Kadetrinne und nicht bis in die gleiche Tiefe. Weitere typische Arten sind hier Epifauna-Gemeinschaften mit zum Beispiel Seepocken, Flohkrebsen und Felsgarnelen. Fischarten wie Aal, Schwimm- und Schwarzgrundel, Aalmutter und Dorsch finden hier reichlich Nahrung und ausreichend Versteckmöglichkeiten.


Aalmutter (Zoarces viviparus) im Versteck. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Aalmutter (Zoarces viviparus) im Versteck.  Foto: Hübner/Krause (BfN)

Das Wasser ist hier selbst in 25 m Tiefe so klar, dass die Sommersonne den steinigen Untergrund in grünlichem Licht schimmern lässt. Miesmuscheln bedecken die wallartigen Blocksteine dicht an dicht, so weit das Auge reicht. Große Dorsche huschen vorbei und nutzen die Deckung, die ihnen die Riffe bieten.

Als weitere Anhang II-Arten der FFH -Richtlinie werden Schweinswale und Finten geschützt. 

Bei den im Schutzgebiet bislang nachgewiesenen Schweinswalen handelt es sich vermutlich um einzelne Tiere der stark gefährdeten Schweinswal-Teilpopulation der östlichen Ostsee, die das Gebiet als Migrations- bzw. Aufenthalts- oder Nahrungshabitat nutzen. Auch ein Mutter-Kalb-Paar wurde gesichtet. Da die Kleinwale in diesem Meeresgebiet äußerst selten vorkommen, sind die bisherigen Sichtungen von besonderer Bedeutung. Bestehende Verpflichtungen Deutschlands im Rahmen des Abkommens zum Schutz der Schweinswale (ASCOBANS) und der FFH -Richtlinie geben das verbindliche Ziel vor, die in deutschen Gewässern gefährdeten Populationen dieser Art wieder audzubauen und wichtige Lebensräume zu sichern.

Schutz- und Erhaltungsziele

Für die abgrenzungsrelevanten Lebensraumtypen und Tierarten wurden allgemeine Schutz- und Erhaltungsziele festgelegt.

  • Erhaltung und Wiederherstellung der spezifischen ökologischen Funktionen, der biologischen Vielfalt und der natürlichen Hydrodynamik des Gebietes;
  • Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes des Lebensraumtyps „Riffe“  Code 1170 mit seinen charakteristischen und gefährdeten Lebensgemeinschaften und Arten;
  • Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der FFH -Art Schweinswal und seiner Habitate (u.a. durch ASCOBANS Recovery Plan of Harbour Porpoise in the Central Baltic).

Miesmuschelbänke sind Lebensraum vieler Tierarten. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Miesmuschelbänke sind Lebensraum vieler Tierarten. Foto: Hübner/Krause (BfN)

Natura 2000-Gebiete in der AWZ der deutschen Ostsee:

 

 Ostsee

 Fehmarnbelt

 Kadetrinne

 Adlergrund

Westliche Rönnebank

 Oderbank

 Pommersche Bucht

Karte Ostsee

Zeigt die Karte Natura 2000-Schutzgebiete nach FFH-Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Ostsee.

Natura 2000-Schutzgebiete nach FFH -Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Ostsee.
(Karte: Stand 07.2011)