Bundesamt für Naturschutz

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Ringelrobbe vor der Insel Vilm

Seltener Gast: eine Ringelrobbe vor der Insel Vilm

Foto: Ralf Grunewald
Seehund (rechts) und Ringelrobbe (links) unterhalb des Kochufers/Insel Vilm, Foto: Ralf Grunewald

Vilm, 27.04.2017 Einen seltenen Gast konnten die Mitarbeiter/innen und Gäste des BfN im Januar mehrfach beobachten:  eine Ringelrobbe (Pusa hispida ssp. botnica) hielt sich während einiger Wochen in den Gewässern um die Insel Vilm auf. Das Tier ruhte auf verschiedenen Findlingen unterhalb des Seezeichens am Ostufer des Großen Vilms und wirkte vital und gut genährt. Die erste Sichtung geschah am 06.01.2017, die letzte Sichtung am 26.04.2017.

Während der Greifswalder Bodden dauerhaft von Kegelrobben besiedelt ist und durchaus im Verbreitungsgebiet von Seehunden liegt, sind Ringelrobben viel weiter nördlich im Finnischen und Bottnischen Meerbusen verbreitet und stellen eine eigene Unterart, die Ostsee-Ringelrobbe dar. Die Tiere bringen ihre Jungen im März/April fast ausschließlich in kleinen selbst gegrabenen Schneehöhlen auf dem Meereis zur Welt, was die Art höchst anfällig für die Folgen des Klimawandels macht. Da diese Voraussetzungen lediglich in den nördlichen Gebieten der Ostsee gegeben sind, sind Sichtungen in der südlichen Ostsee bzw. in den Bodden sehr selten und erfolgen meist im Abstand von mehreren Jahren.