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Maßnahmenkonzepte zur Verbesserung des Erhaltungszustands von Natura 2000-Schutzgütern


Erhaltungszustand der FFH-Schutzgüter

Die beiden letzten nationalen Berichte zur FFH-Richtlinie 2007 und 2013 haben gezeigt, dass der größte Teil der Arten und Lebensräume der Anhänge der FFH-Richtlinie keinen günstigen Erhaltungszustand aufweist. Der Anteil der Schutzgüter, die in einem ungünstigen bis schlechten Zustand sind, hat sogar leicht zugenommen. Hierbei ist unter den drei biogeografischen Regionen, an denen Deutschland Anteil hat, die Situation in der atlantischen Region besonders besorgniserregend: 48 % der Lebensräume und 39 % der Arten sind hier in einem schlechten Erhaltungszustand (rot); zusätzlich sind 26 % der Arten und 34 % der Lebensraumtypen in einem ungünstigen Erhaltungszustand (gelb).

Das BfN hat daher im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungs-Vorhabens „Beitrag zur Verbesserung des Erhaltungszustands von Natura 2000-Schutzgütern: Erstellung von Maßnahmenkonzepten für ausgewählte Anhangsarten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie in der atlantischen biogeografischen Region“ 59 Maßnahmenkonzepte für 38 ausgewählte Lebensraumtypen des Anhangs I und 21 ausgewählte Arten der Anhänge II, IV und V der FFH-Richtlinie erarbeiten lassen. 

Maßnahmenkonzepte

In den Maßnahmenkonzepten werden neben den eigentlichen Maßnahmenbeschreibungen als fachliche Grundlage die Verbreitung, das Vorkommen, die Erhaltungszustände, die Gefährdungen und Beeinträchtigungen sowie die Zukunftsaussichten der Schutzgüter anhand der Daten des FFH-Berichts 2013 dargestellt. Die anschließenden Maßnahmenvorschläge nehmen jeweils Bezug auf ausgewählte Beeinträchtigungs- und Gefährdungsfaktoren und verstehen sich als Empfehlungen für gegensteuernde Maßnahmen. Zudem enthalten die Maßnahmenkonzepte einschlägige Literatur zum jeweiligen Schutzgut, möglichst viele Quellenangaben und konkrete Projektbeispiele sowie Links zu Ansprechpartnern bereits erfolgreich durchgeführter Maßnahmen.

Ergänzend zu den Maßnahmenkonzepten wurden die Zielstellung, die Methoden sowie ausgewählte Ergebnisse des F+E-Vorhabens als BfN-Skript veröffentlicht:

„Ackermann, W., Streitberger, M. & Lehrke, S. (2016): Maßnahmenkonzepte für ausgewählte Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie zur Verbesserung des Erhaltungszustands von Natura 2000-Schutzgütern in der atlantischen biogeografischen Region - Zielstellung, Methoden und ausgewählte Ergebnisse des F+E-Vorhabens (FKZ 3511 82 1600). BfN-Skript 449, Bonn-Bad Godesberg.“

Maßnahmenkonzepte für ausgewählte Anhangsarten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie in der atlantischen biogeografischen Region:

Lebensraumtypen (LRT) des Anhangs I der FFH-Richtlinie (Liste sortiert nach LRT-Gruppen, gem. LRT-Code numerisch aufsteigend)

MARINE LEBENSRÄUME
1130Ästuarien
1150*Lagunen (Strandseen)

 

 

Arten der Anhänge II, IV und V der FFH-Richtlinie (Liste sortiert nach Artengruppen; innerhalb der Gruppen alphabetisch aufsteigend)

SÄUGETIERE
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Barbastella barbastellusMopsfledermaus
Cricetus cricetusFeldhamster
Lutra lutraFischotter
Myotis bechsteiniiBechsteinfledermaus
Nyctalus leisleriKleiner Abendsegler
REPTILIEN
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Coronella austriacaSchlingnatter
Lacerta agilisZauneidechse
AMPHIBIEN
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Bombina variegataGelbbauchunke
Pelobates fuscusKnoblauchkröte
FISCHE
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Alosa fallaxFinte
Cobitis taeniaSteinbeißer
Misgurnus fossilisSchlammpeitzger
Thymallus thymallusÄsche
KÄFER
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Lucanus cervusHirschkäfer
LIBELLEN
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Aeshna viridisGrüne Mosaikjungfer
Leucorrhinia pectoralisGroße Moosjungfer
SONSTIGE TIERARTEN
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Astacus astacusEdelkrebs
GEFÄßPFLANZEN
Wissenschaftlicher NameDeutscher Name
Arnica montanaArnika, Berg-Wohlverleih
Luronium natansSchwimmendes Froschkraut
Lycopodiella inundataMoorbärlapp
Oenanthe conioidesSchierling-Wasserfenchel

Die hier vorgestellten Maßnahmenkonzepte sollen den in der atlantischen biogeografischen Region liegenden Bundesländern im Sinne einer fachlichen Hilfestellung alle relevanten Informationen an die Hand geben, damit jene effektive Maßnahmen zur Verbesserung des Erhaltungszustands möglichst vieler Arten und Lebensraumtypen in der atlantischen Region einleiten können. Diese Empfehlungen richten sich jedoch nicht nur an alle mit der Umsetzung der FFH-Richtlinie beauftragten Behörden und Institutionen, sondern vor allem auch an die mit der Durchführung der Maßnahmen betrauten Akteure vor Ort (z. B. Biologische Stationen, Landschaftspflegeverbände).

Eine Kurzübersicht über die Ergebnisse des Vorhabens liegt in englischer Sprache als Poster und Handout vor.

Letzte Änderung: 19.01.2017

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